Klares Webdesign.
Aus Nordfriesland.

Das "Web und Text"-Blog

Juhuu, die DSGVO kommt!

17.05.2018 Uncategorized 2 Kommentare

Okay, dieser ganze Rechtskram macht meine Websitebetreiber-Kunden nicht gerade glücklich, und auch ich würde lieber Webdesign machen als tagelang nur DSGVO-Anpassungen bestehender Websites vorzunehmen. Vor allem verursachen neue gesetzliche Regelungen unnötig großen Stress dadurch, dass man als Websitebetreiber Abmahnungen von Seiten befürchten muss, die von eventuellen juristischen Mängeln der Website überhaupt nicht persönlich betroffen sind.

Trotzdem muss ich mal eine Lanze für die DSGVO brechen.
Denn ich bin ja nicht nur Webdesigner, ich bin ja auch Mensch und Internetnutzer. Und als dieser hinterlasse ich natürlich Spuren. Ich gehöre nun aber zu denjenigen Menschen, denen es nicht ganz egal ist, wo sie überall Spuren hinterlassen. Na klar hinterlasse auch ich Spuren, aber ich möchte weitgehend selbst bestimmen, welche ich hinterlasse.
Was mache ich: Meine Haupt-Mailadresse liegt nicht bei gmail, weil ich nicht zustimme, dass Google meine Mails durchsucht und diese Informationen mit meinem Profil verknüpft (zu Google folgt ein eigener Eintrag). Bei Facebook bin ich allerdings nur deswegen ausgestiegen, weil der Anteil an relevanten Informationen trotz interessanter Kontakte gegen null ging. Ich boykottiere WhatsApp so lange, bis man manuell nur bestimmte Kontakte freigeben kann und nicht automatisch das gesamte Adressbuch in den digitalen Besitz von WhatsApp übergeht. Spätestens mit der DSGVO ist das übrigens illegal, denn ich habe einer Weitergabe meiner Telefonnummer an WhatsApp niemals zugestimmt. Ich gebe zu, im sozialen Bereich ist es nicht immer einfach ohne WhatsApp – vor allem für diejenigen, die mich netterweise per E-Mail auf dem Laufenden halten. Für mich ist das komfortabel, da ich auf diesem Wege erstaunlicherweise fast alle Informationen bekomme, die ich haben muss und statt 10 Nachrichten nur eine meist kurz und knappe lesen muss. Aber ich schweife ab.

Was mir an der DSGVO gefällt: Sie verschärft die ohnehin schon vorhandenen datenschutzrechtlichen Bestimmungen und setzt mit ziemlich üblen Drohungen durch, was bislang mit einer gewissen Ignoranz behandelt und wenn überhaupt, nur halbherzig umgesetzt wurde: Es ist nicht erlaubt, persönliche Daten ohne bestimmten Zweck und Einwilligung zu speichern und zu nutzen, und auch das ist nur in engen Grenzen erlaubt. Außerdem werden denjenigen, deren Daten verwendet werden, große Rechte an Information, Einsichtnahme, Widerruf etc. eingeräumt.

Das hat natürlich Auswirkungen für meine Arbeit als Webdesigner.
Selbst die Datenschutzhörden sind sich darüber im Klaren, dass die DSGVO für viele Sachverhalte keine klaren Antworten liefert und vieles in der kommmenden Zeit gerichtlich geklärt werden muss.

Dass man selbst kein Präzedenzfall sein möchte, ist natürlich der eine Grund, die neuen Regelungen ernst zu nehmen. Aber wenn ich mich selbst frage: Was würde ich als Nutzer der Website wollen?, dann sind die Empfehlungen für meine Kunden relativ klar: Die Kundendaten schützen so gut es geht und so genau, prägnant und verständlich wie möglich darüber informieren. Mehr dazu in meinem Artikel: DSGVO für Websites – meine Empfehlungen für die Umstellung).

Wie denkt ihr darüber? Was wünscht ihr euch als Nutzer und wie sinnvoll findet ihr die DSGVO?