Erinnern Sie sich noch an die „guten alten Zeiten“, als man eine Website besuchen konnte, ohne vorher ein Cookie-Banner bearbeiten zu müssen?

Mal unter uns: Diese Cookie-Banner sind wie ein STOP-Schild oder eine Schranke vor einem Geschäft, wo der Kunde erst mal ein Formular ausfüllen muss, bevor er einkaufen „darf“.

Cookie-Banner „vergessen“?

Neulich sprach mich ein Kunde im Beratungsgespräch darauf an, dass ich ja gar kein Cookie-Banner auf meiner Website habe und auch in der Datenschutzerklärung schreibe, dass keine Cookies gesetzt und keine persönlichen Daten gespeichert werden.

Er wunderte sich – denn eine Website ohne Cookie-Banner kommt einem ja heutzutage schon vor wie ein Marsmensch mit drei Augen!

Dabei ist gar nichts so Spezielles dabei: Eine Website, die nicht „wissen muss“

  • WER auf der Website unterwegs ist
  • welche Produkte er/sie sich zuletzt angeschaut hat UND
  • welche Seiten in welcher Reihenfolge aufgerufen werden,

braucht auch keine Cookies zu setzen und keine Nutzerdaten zu speichern.

Fremdinhalte, die auf Browserdaten des Nutzers zugreifen, wie Google Maps, eingebundene Youtube-Videos, Google-Fonts (also Schriften, die auf den Servern von Google liegen), sind entsprechend der DSGVO ohnehin nicht mehr erlaubt, da die Nutzerdaten bereits an Google gesendet werden, bevor das Cookie-Banner überhaupt geladen ist, also schon beim Seitenaufbau.

Wie sinnvoll und notwendig sind Marketing-Cookies?

Auf Seiten ohne Shop und andere benutzergesteuerte Applikationen werden Cookies meist lediglich eingesetzt, um eine aussagekräftige Benutzerstatistik zu erhalten. Das Problem dabei ist nur, dass diejenigen Nutzer, die sich in der Cookies-Abfrage gegen die Cookies entscheiden, ohnehin nicht mit erfasst werden. Was die Aussagekraft der Statistik natürlich beeinträchtigt. Für anonymisierte Nutzerstatistiken, in denen z.B. die letzten Stellen der IP-Adresse „genullt“ werden, werden dagegen keine persönlichen Daten der Nutzer benötigt.

Shop ohne Cookie-Banner?

Da eine Seite mit Shop Cookies setzen muss, damit der Warenkorb auch bei einem Navigieren zwischen verschiedenen Seiten gespeichert bleibt, spricht man hier von „technisch notwendigen Cookies„. Da auf einem Cookie-Banner die „technisch notwendigen Cookies“ ohnehin nicht deaktiviert werden können, ist es demzufolge im Sinne der DSGVO logisch, dass eine Website mit ausschließlich technisch notwendigen Cookies kein Cookie-Banner benötigt! Ein Hinweis in der Datenschutzerklärung (alternativ ein Hinweis beim ersten Aufrufen der Seite, der von selbst wieder verschwindet, statt eines Cookie-Banners) ist für technisch unverzichtbare Cookies ausreichend.

Natürlich ist es gerade für große Shop-Betreiber wichtig, das Nutzerverhalten mit Marketing-Cookies auswerten zu können. Dennoch steht hier zumindest bei kleineren Unternehmen die Frage, ob diese Statistiken wirklich für die Entwicklung des Marketing genutzt werden oder ob die Erfassung dieser Daten, dem Kunden zuliebe, verzichtbar ist.

 

Haftungsausschluss: Ich habe mich umfassend informiert, bin jedoch keine Juristin und kann demzufolge keine Haftung für die Rechtssicherheit übernehmen.
Wer rechtlich auf der sicheren Seite sein möchte, sollte sich juristisch beraten lassen.